Die heutige Kettenanalyse zeigt, warum der aktuelle Hormuz-/Ölschock weit über den reinen Ölpreis hinausreichen kann. Entscheidend ist nicht nur die Frage, ob Rohöl teurer wird, sondern wie sich Störungen bei Öl, Gas, Raffinerien und Transport zeitversetzt in andere kritische Versorgungsketten fortpflanzen.
Im Zentrum steht ein unterschätzter Zweitrundeneffekt: Weniger Öl- und Gasdurchsatz kann auch weniger Schwefel und Schwefelsäure bedeuten. Diese Stoffe sind zentrale Inputs für Chemie, Dünger, Kupfer- und Nickelbergbau sowie Uran-ISR — besonders in Kasachstan, einem der wichtigsten Uranlieferanten der Welt. Damit kann aus einem Energieschock schrittweise ein Industrie-, Rohstoff- und Atomstrom-Risiko werden.